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Alleine Leben. Ein Traum von vielen. Ein Traum von sehr vielen, besonders in der Pubertät. Ich könnte jetzt viel dazu sagen, die üblichen Floskeln a’la „Mach dir nix vor, danach hast du weniger Freizeit, weniger Freiheit, mehr Verpflichtungen als vorher. Das ist überhaupt nicht so toll!“ raus hauen oder aber auch alle dazu auffordern sich sofort von den Eltern scheiden zu lassen und auszuziehen. Aber das ist es nicht was es will und all das käme auch überhaupt nicht an die Wahrheit heran. Und um die Wahrheit – jedenfalls so, wie sie sich für mich präsentiert- ausführlich zu präsentieren, muss ich da anfangen, wo alles losging. An einem ungemütlichen Dezemberabend 2007. Es krachte gehörig zuhause, wie immer eigentlich. Nicht, dass ich so schlechte Eltern hätte. Nennen wir es nur einmal „ungünstige Charakterkonstellation“ Ich liebe meine Eltern, keine Frage – ich muss sie nur nicht oft um mich haben. Mein Vater und ich sind unglaubliche Sturköpfe. Wir wissen, dass wir nicht dumm sind und wir wissen, wie man andere einschüchtert. Wir wissen, wie man manipuliert und wie man bekommt, was man will. Meistens wollen wir beide eins: Recht. Nun ist das ziemlich schwierig, da ich – natürlicherweise- ab und an anderer Meinung bin und das kann er (und ich ebenfalls) oft nicht zulassen. Es sind Machtkämpfe gewesen, auch wenn ich evolutionär gesehen das falsche Geschlecht habe. Und diese Machtkämpfe waren laut und dreckig. Meine Mutter ist eine uneinsichtige, naive, leicht dümmlich- ignorante Person. Sie ist toll. Aber leider ist sie eben auch wie oben beschrieben. Sie macht viel falsch, im Haushalt, im Verhalten, im Job, in der Erziehung. Sie macht nie richtig sauber, sie verschwendet Unmengen an Geld, sie ist nicht in der Lage Kritik anzunehmen und umzusetzen. Alles was man ihr sagt, sie es noch so hilfreich und liebevoll, interpretiert sie um in Vorwürfe und Verletzungen und das lässt sie einen spüren. Mein Vater ist und war nie gut zu sprechen auf ihre Art und seit ich mich erinnern kann haben die beiden sich in der Wolle, was eher eine Gewöhnungssache als wirklich tragisch ist. Aber – und jetzt kommts- natürlich wollen die beiden im Streitfall, dass ich und mein kleiner Bruder, uns entscheiden und da ist der große Knoten der Familie denn dieser kleine Kampf sorgt für ständig neuen Stoff untereinander, miteinander usw. Auf jeden Fall...krachte es an diesem Dezemberabend gewaltig und nach einem...ehh... „kleineren Disput“ kamen wir zu der Übereinkunft, dass eine eigene Wohnung für mich im selben Dorf die beste Lösung für alle Probleme sei. Vier Monate später war es so weit und ich zog aus, in meine eigeneren 40m^2. Und hier eine Liste von Pro’s und Con’s: PRO_ - Früh oder Spät ins Bett gehen - Finanzielle Selbstverwaltung - Nahrungsmittelselbstverwaltung - Ruhe zum Lernen / Lesen / Musik hören / was auch immer - Gestalterische Freiheit - Man kann auch mal Jemanden einladen - RUHE! RUHE! RUHE! - Das Gefühl „Selbstständig“ zu sein - Das gute Gefühl „Verantwortung“ übernommen zu haben - Die Gewissheit, das man sich ausleben kann, wenn man will - Man kann die Dinge tun, die man tun MUSS, wenn man sie tun WILL (Geschirr spülen um 23:00 Uhr? Klar!) CON_ - Es gibt wirklich mehr Pflichten, besonders im Haushalt fällt viel an - Das Zeitfenster schrumpft - Man langweilt sich leichter - Man läuft Gefahr sich einsam zu fühlen - Man ist oft in Versuchung nicht zur Schule zu gehen (bisher wunderbar widerstanden!) - Man ist schnell dabei sich destruktiv zu verhalten - Man kann den Schlüssel verlieren - Man kann sich finanziell total verkalkulieren - Man ist finanziell auf einmal wesentlich bedürftiger - Man muss an soooo viel denken - Man hat mehr Stress, wenn man es zulässt Alles in Allem beruhe ich meinen Auszug nicht. Die negativen Dinge, wie eben auch den Haushalt, kann man gut dazu nutzen, positive Effekte zu beobachten Ganz ehrlich? Es macht einen stolz, wenn die Küchenzeile glänzt und das Bad so sauber ist, dass man fast keinen Spiegel mehr braucht Und es erfüllt einen mit Glückseligkeit, wenn man so gut ist im sparen, dass man sich endlich eine größere Anschaffung leisten kann. Mit dem „alleine fühlen“ haben ich charaktermäßig recht wenige Probleme und so hält sich alles in der Waage. Jeder muss sich selbst prüfen, ob der den inneren Schweinehund gut genug überwinden kann. Und dann fühlt man sich auch wohl.



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